In den letzten Monaten hatte der Geschäftsmann eine seltsame, fast automatische Gewohnheit entwickelt. Jeden Abend, wenn er sein Büro verließ, holte er all seine Kleingeldstücke aus der Tasche und gab sie dem alten Obdachlosen, der bei jedem Wetter am Eingang des Gebäudes saß. Er verweilte nie. Er legte das Geld in die ausgestreckte Hand und ging schnell weg, ohne die Dankesworte zu hören.
An diesem Tag regnete es in Strömen. Die Straße war fast leer, Autos fuhren selten vorbei, und kein Fußgänger war zu sehen. Der Geschäftsmann kam spät heraus und sah zu seiner großen Überraschung, dass der alte Mann immer noch an seinem Platz saß, völlig durchnässt.

Er ging näher, griff mechanisch in seine Tasche, um Münzen herauszuholen, doch in diesem Moment packte der alte Mann plötzlich seinen Ärmel.
„Du hast mir so sehr geholfen“, sagte er leise.
„Jetzt möchte ich dir auch etwas geben.“
Er hielt dem Geschäftsmann ein grobes Holzbrett hin. Das Holz war billig, und die eingebrannte Schrift war unregelmäßig und schief: „An deiner Stelle hätte es auch dich treffen können.“
Der Geschäftsmann zog die Stirn kraus.
„Bitte hänge es unbedingt neben dein Bett“, fügte der alte Mann hinzu.
„Bald wirst du alles verstehen. Es wird dein Leben retten.“
Der Mann dachte, dass der alte Mann nicht ganz bei Verstand sei, nahm das Brett aber trotzdem. Zu Hause legte er es auf den Tisch im Schlafzimmer und vergaß es bald völlig.
Doch später in der Nacht geschah etwas, das den Mann mit Entsetzen erkennen ließ, dass der Obdachlose die Wahrheit gesagt hatte… Das Brett rettete ihm das Leben. 😱😲
In der Nacht wurde er plötzlich von stechenden Brustschmerzen geweckt. Sein Herz schlug so schnell, dass er kaum atmen konnte. Seine Frau rief erschrocken ihren Hausarzt an.
Der Arzt kam schnell. Er untersuchte ihn, schüttelte den Kopf und sagte, dass sein Blutdruck viel zu hoch sei und dringend eine Spritze nötig sei. Er holte die Spritze und ging zum Bett.

Plötzlich blieb er stehen.
Sein Blick fiel zufällig auf den Tisch. Dort lag das Brett. Die unregelmäßige Inschrift war im Licht der Nachttischlampe deutlich zu erkennen: „An deiner Stelle hätte es auch dich treffen können.“
Die Hand des Arztes zitterte. Langsam ließ er die Spritze fallen.
„Ich kann das nicht tun“, flüsterte er.
Die Frau wurde blass.
Wenige Sekunden später gab der Arzt zu, dass keine tödliche Tachykardie vorlag. Er hätte ein Medikament injizieren sollen, das einen Herzstillstand verursacht hätte.
Alles war im Voraus geplant. Die Frau und der Arzt waren Liebhaber und wollten den Mann loswerden, um an sein Vermögen zu gelangen.
„Ich habe die Inschrift gesehen“, sagte der Arzt, während die Polizei bereits eingetroffen war.
„Und ich habe verstanden, dass ich morgen an deiner Stelle hätte sein können. In diesem Moment erkannte ich, was für ein Mensch ich geworden war.“

Die Frau und der Arzt wurden verhaftet.
Am Morgen ging der Geschäftsmann zur Kreuzung, um den alten Mann zu finden und ihm zu danken.
Doch an seiner Stelle war niemand mehr.